Ausschnitt Spieltischdetails der neuen Kuhn-Orgel

Die Kuhn-Orgel

--> Einleitung

--> Entstehung

--> Konzeption

--> Disposition

--> Prospektansicht

--> Bilder vom Orgelaufbau

 
   Anfang der neunziger Jahre war das Spiel auf der alten Orgel nicht mehr möglich bzw. dem Instrument konnte nur noch unter Anwendung von "Tricks" Musik entlockt werden. Schließlich wurde vom Bistum Osnabrück, auch im Hinblick auf die Neueinrichtung einer hauptamtlichen A-Stelle, eine Orgel gekauft, die als Leihgabe bis zur Fertigstellung einer neuen Hauptorgel im vorderen rechten Seitenschiff aufgestellt wurde. Am Hochfest "Mariä Aufnahme in den Himmel", 15. August 1993, wurde das Instrument aus der Orgelbauwerkstatt Siegfried Sauer eingeweiht. Nach Fertigstellung der Kuhn-Orgel wurde diese "Interimsorgel" dann abgebaut, in der St.-Thomas-Morus-Kirche in Rostock-Evershagen aufgestellt, neuintoniert und am dritten Advent 1998 (Sonntag "Gaudete") eingeweiht. Disposition der Interimsorgel:
 
Die Interimsorgel an ihrem neuen Standort in der St.-Thomas-Morus-Kirche in Rostock-Evershagen Hauptwerk
Principal 8'
Rohrflöte 8'
Oktave 4'
Traversflöte 4'
Oktave 2'
Mixtur 4-fach 1 1/3'

Schwellwerk
Bleigedackt 8'
Salicional 8'
Blockflöte 4'
Nasat 2 2/3'
Schwiegel 2'
Terz 1 3/5'
Sifflet 1'
Oboe 8'

Pedal
Subbaß 16'
Principal 8' (aus HW)
Rohrflöte 8' (aus HW)
Oktave 4' (aus HW)
Fagott 16'

Traktur: mechanisch
drei Normalkoppeln
 
   Im März 1993 erfolgte die erste Kontaktaufnahme mit der schweizerischen Firma Th. Kuhn AG in Männedorf durch den neuen A-Kirchenmusiker der Propsteigemeinde Heiner Arden, der im Juli 1992 seinen Dienst auf der neueingerichteten Stelle eines Regionalkirchenmusikers angetreten hatte. In den Jahren 1993 und 1994 besichtigten und "bespielten" der Orgelsachverständige des Bistums Osnabrück Pfr. Franz-Josef Rahe und Heiner Arden Instrumente dieses Hauses und eines weiteren herausragenden schweizerischen Orgelbauers. Die Klangfarbe der Zungenstimmen gab schließlich den subjektiven Ausschlag für die "Vorauswahl" von Kuhn.
 
   Im September 1994 legte der unter Leitung von Thomas Gronemeyer (1. v.l. auf dem Foto) stehende Orgelausschuß fest, das für das Einholen von Angeboten eine Musterdisposition erstellt werden soll mit 35 Registern verteilt auf drei Manualen. Im IV. Quartal 1994 erfolgten weitere Reisen zu anderen Orgelbaufirmen und Besichtigungstermine der verschiedenen Orgelbauer in Lübeck. Anfang Januar 1995 wurden dann fünf Orgelbaufirmen aus Frankreich, Deutschland und der Schweiz um ein Angebot gebeten. Diese zeigten eine große stilistische und preisliche Vielfalt. Ein Orgelbauer sah z.B die statischen Probleme und placierte daher in seinem Entwurf die Orgel freistehend vor dem Eingangsbereich. Diese Lösung fand jedoch keine Mehrheit im Orgelausschuß, sie zählte aber zu den besten Entwürfen. Eine Überarbeitung der Musterdisposition wurde notwendig, da als Limit für den Orgelneubau und die Umbaumaßnahmen der Orgelempore 1 Million DM gesetzt war. Schließlich entschied sich der Kirchenvorstand in seiner Sitzung am 26. Juni 1995 dafür, den Orgelneubau an die Firma Th. Kuhn AG in Männedorf/Schweiz zu vergeben. Die ausgezeichnete handwerkliche Verarbeitung war ein wichtiges Argument für diese Entscheidung, da das neue Instrument so wie die frühere Orgel wenigstens 100 Jahre in der Propsteikirche erklingen soll. Der Auftrag zum Umbau der Orgelempore wurde gleichzeitig an das Architekturbüro Tönies, Schroeter und Jansen in Lübeck vergeben.
 
Orgelfahrt in die Schweiz; Besichtigung bei Orgelbau Kuhn
Die tragende Stahlkonstruktion der Orgelempore    Im Jahr 1997 erfolgte der Abbau der alten Orgel und der Umbau der Orgelempore. Fünf in der Turmwand verankerte Stahlträger tragen auf einem Querträger aufliegend das Gewicht der neuen Orgel, die mit Hauptwerk und Pedal vor der Turmwand steht und deren Gehäuse bis etwa zur Mitte der Turmkammer reicht. Im November 1997, zwei Monate früher als geplant, wurden das Gehäuse, der Spieltisch und die Windanlage aufgebaut. Außerdem wurden die Prospektpfeifen aufgestellt, so daß die Orgel schon "optisch" fertig war.
 
   Im Februar 1998 erfolgte dann der Einbau des restlichen Pfeifenwerkes. Dies war der spannende Zeitpunkt der sogenannten "Intonation", bei der die Klanggestalt der Orgel festgelegt wird. Jetzt erst wurde deutlich, ob das gewählte Konzept auch tatsächlich umsetzbar ist und "klingt". Im März 1998 erfolgte die Abnahme der Orgel durch den Landesbeauftragten KMD Robert Dears aus Kiel und Domorganist KMD Eberhard Lauer aus Hamburg. Danach konnten rauschende Orgelklänge besonders in der Nacht an der Parade gehört werden, denn in der Woche nach Ostern wurde ein erstes Klangportrait der neuen Orgel auf CD eingespielt. Pfingsten 1998 wurde das Instrument dann im Festhochamt durch Erzbischof Dr. Ludwig Averkamp geweiht und seiner Bestimmung übergeben.
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