Ausschnitt Spieltischdetails der neuen Kuhn-Orgel

Die Kuhn-Orgel

--> Einleitung

--> Entstehung

--> Konzeption

--> Disposition

--> Prospektansicht

--> Bilder vom Orgelaufbau

 
   Nach dreijähriger Bauzeit wurde 1891 die neugotische Propsteikirche Herz Jesu fertiggestellt und durch den damaligen Bischof von Osnabrück Dr. Bernhard Höting am 10. Mai 1891 konsekriert. An einen Orgelbau für die neugeschaffene Kirche war zunächst nicht zu denken - zu groß waren die durch den Kirchbau entstandenen finanziellen Belastungen der Lübecker Gemeinde.
   Durch eine Spende von der verwitweten Frau Pfeiffer konnte jedoch 1894 ein kleines Instrument der Firma E. F. Walcker & Cie. in der Kirche aufgestellt werden. Auch die Kanzel, die drei Glocken und der Bau des Pfarrhauses wurden durch Frau Pfeiffer finanziert. Gedenktafel an der ersten Orgel in der Propsteikirche
   Schnell nach der Einweihung der Orgel zeigte sich, daß das Instrument zu klein war und den Gemeindegesang nicht ausreichend begleiten konnte. 1941 wurde das Instrument von den Orgelbauern Emanuel Kemper & Sohn umgebaut und vergrößert. Dabei wurden 4 Register ausgetauscht, das Pedal um 3 Register erweitert und ein Rückpositiv mit 8 Registern neu angebaut. Ebenso wurde ein neuer Spieltisch gefertigt. 1979 wurde schließlich noch ein Fagott 16' im Pedal eingebaut. Danach hatte das Instrument folgende Disposition:
 
I. Rückpositiv
Quintade 8'
Gedackt 8'
Prinzipal 4'
Rohrflöte 4'
Waldflöte 2'
Sesquialtera 2fach
Scharf 4fach
Singend Regal 8'
Tremulant

III. Oberwerk
Grobgedackt 8'
Salizional 8'
Flöte 4'
Quinte 1 1/3'
Tremulant

Traktur: Elektro-pneumatische
Spiel- und Registertraktur
 
II. Hauptwerk
Bordon 16'
Prinzipal 8'
Bourdon 8'
Flöte 8'
Oktave 4'
Nachthorn 4'
Quinte 3'
Oktave 2'
Mixtur 6fach.

Pedal
Subbaß 16'
Gedackt 8'
Octave 4'
Nachthorn 1'
Fagott 16'

Spielhilfen: sechs Normalkoppeln
   Neben der Walcker-Orgel, die auf der Orgelempore im ersten Turmgeschoß ihren Platz hatte, muß noch ein kleines Orgelpositiv in der Propsteikirche vorhanden gewesen sein. Dieses Positiv der Firma E. Kemper & Sohn hat heute seinen Platz in der St.-Konrad-Kapelle in Lübeck gefunden.
   Schon in den siebziger Jahren zeigte sich, das die Walcker/Kemper-Orgel unspielbar wurde. Einzelne Töne waren als "Heuler" zu hören oder es fiel gleich ein ganzes Register aus. Das Orgelspiel wurde zur Lotterie. - "Wird sie heute spielen?" Es ist dem damaligen Organisten Herrn Peter Sack durch mühevolle Pflege und Wartung immer wieder gelungen, das marode Instrument "flott" zu machen. So hat die Walcker/Kemper-Orgel gut 100 Jahre ihren liturgischen Dienst in den Gottesdiensten verrichtet.
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